Wenn es um das Buchen der Traumreise der Deutschen geht, so hat sich das Buchungsverhalten in den letzten Jahren deutlich verändert. Den Namen des Reiseweltmeisters haben sich die deutschen Urlauber einerseits sichtlich verdient, allerdings hat sich das Reiseverhalten der Deutschen auch drastisch verändert. Verbraucher planen zwar Reisen oft bis in das kleinste Detail durch, halten sich jedoch in der heutigen schnelllebigen Zeit den Zeitraum und das Ziel der Reise bis zum Schluss offen. Der Trend geht Richtung Last-Minute-Reisen, da sich die Verbraucher in diesem Bereich die größten Einsparungen gegenüber dem normal zu buchendem Urlaub erhoffen. Die größte Ersparnis bei Last-Minute-Reisen versprechen sich die Verbraucher dabei von Online-Buchungen im Internet.
Um auf dieses veränderte Verbraucherverhalten zu reagieren, haben die Reiseveranstalter versucht, die Reisewilligen durch Frühbucherrabatte dazu zu bewegen, Ihre Reiseabsichten beizeiten zu definieren und somit den Sommerurlaub schon im Winter zu buchen und umgekehrt. Diese Maßnahmen haben bis jetzt noch immer nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt, da dieses veränderte Nachfrageverhalten nicht nur eine Laune der Nachfrager ist, sondern völlig im Trend der heutigen schnelllebigen Zeit liegt. Daher muss ein weiteres Umdenken der Reiseveranstalter stattfinden, auch wenn ihnen das bisher sichtlich schwer fällt.
Last-Minute-Reisen liegen aufgrund Ihrer Einsparungsmöglichkeiten nicht nur im Trend, sie passen sich auch der heutige Zeit und den heutigen Gegebenheiten des Marktes an. Nur wenige Menschen können heute schon sagen, was morgen ist und auch die Entwicklung in ihrem persönlichen Umfeld ist nicht abzusehen. Durch Kurzarbeit wissen viele Menschen nicht, ob sie im Sommer noch immer ihren Arbeitsplatz haben und sind daher verständlicherweise zurückhaltend was langfristige Planungen angehen. Die Verbraucher warten ab, wie sich ihre persönliche Lage entwickelt und buchen ihren Jahresurlaub erst, wenn alles absehbar ist. Oder man bucht gleich kurzfristig im Sommer einen Last-Minute-Urlaub.
In den letzten Jahren war bereits zu beobachten, dass Reisewillige, welche nicht an Schul- oder Betriebsferien gebunden waren, ihren Urlaub eher kurzfristig buchen. „Echte“ Last –Minute-Reisen zeichnen sich besonders durch den Charakter aus, innerhalb der nächsten zwei bis vier Wochen angetreten werden. Der Verbraucher kann so äußerst gut auf persönliche Umstände reagieren und bleibt stets flexibel.
Wer heutzutage von Last-Minute spricht, der muss den Zeithorizont der engeren Definition von Last-Minute-Reisen verlassen, beziehungsweise diesen deutlich erweitern und abstecken. Aus diesem Grund sind genaue Zahlen bezüglich des Last-Minute-Trends nur sehr schwer zu ermitteln. Fakt ist, dass die Mehrheit der deutschen Touristen jedoch diesem Trend folgt, das liegt unter anderem auch daran, dass immer mehr Menschen mit Last-Minute-Reisen die besten Erfahrungen gemacht haben.
Bei dem Thema Last-Minute geht es auch um Psychologie. Viele Kunden sparen durch Last-Minute-Reisen hunderte Euro, auch wenn dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Psychologisch betrachtet spielt dieser Wert auch mit ein. Warum sollte der Deutsche, der ein ausgewiesener Schnäppchenjäger ist, gerade in Bezug auf Urlaub ein anderes Käuferverhalten an den Tag legen? Dieser Trend wird eindeutig durch Statistiken untermauert; im Jahr 2007 wurden 60 Prozent aller Last-Minute-Reisen über das Internet gebucht und bei den Gesamtbuchungen liegen die Last-Minute-Reisen somit gleich hinter den Pauschalreisen auf zweitem Platz. Viele billige Reiseveranstalter haben damit noch immer ein großes Problem und versuchen dem entgegenzusteuern. Doch auf die Reisen mit den Frühbucherrabatten lassen sich in der Regel nur die Reisewilligen ein, welche unbedingt zu einem festen Termin Urlaub machen müssen, die eine bestimmte Destination oder ein Hotel bevorzugen. Es bleibt jedoch abzuwarten ob der Frühbucherrabatt das geeignete Mittel ist, die Reisewilligen zur langfristigen Reisebuchung zurück zu bewegen.
Wenn die Reiseveranstalter diesem Trend folgen möchten, müssen sie ihr Angebot anpassen, da Statistiken eindeutige Hinweise darauf geben, dass der Trend zur Last-Minute-Reise weiter anhält und noch steigen wird. Daher wird ein Umdenken in diesem Bereich auf jeden Fall erforderlich sein. Nach wie vor reist der Deutsche sehr gern und viel. Die Last-Minute-Angebote werden sowohl für den Haupturlaub als auch für Kurztrips in andere Regionen genutzt. Daher ist die Tourismusbranche jetzt gefordert, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.